Wirtschaft in Sachsen

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180 Krankenhaus-Mitarbeiter
in Dresden und Rochlitz im Streik

Mittwoch, 03. Februar 2010

Krankenhaus befristet bestreikt

Krankenhaus befristet bestreikt

Dresden. 180 Beschäftigte der Krankenhäuser in Dresden-Friedrichstadt und Rochlitz haben um 12 Uhr heute Mittag befristet ihre Arbeit niedergelegt. Der Ausstand war im Vorfeld angekündigt worden. Im Krankenhaus Dresden, wo der Warnstreik noch bis 15 Uhr andauert, hat ver.di über eine Notdienstvereinbarung das Personal im OP und auf den Wachstationen vom Streik ausgenommen. Ansonsten sind alle Bereiche vom Ausstand betroffen. Die Patientenversorgung ist aber überall gesichert, hieß es aus Gewerkschaftskreisen.Krankenschwestern, Pfleger und technisches Personal versammelten sich vor ihren Häusern zu Tarifkundgebungen. „Die Arbeitgeber sitzen Tarifrunde um Tarifrunde aus, ohne ein Angebot zu machen. Damit muss Schluss sein“, begründete ver.di-Landesbezirksleiter Thomas Voß vor den rund 150 Streikenden in Dresden den Warnstreikaufruf der Gewerkschaft.
Voß fordert Verbesserungen der Arbeitsbedingungen in Krankenhäusern. Die Arbeitsbelastung der Beschäftigten sei enorm. „Ein Viertel mehr Patienten als noch vor zehn Jahren sind zu versorgen. Aber die Arbeitsbedingungen halten nicht mit. Bei den Zuschlägen für Nachtarbeit hinken die Krankenhäuser dem übrigen öffentlichen Dienst über die Hälfte hinterher. Teilzeitkräfte werden in Ãœberstunden verheizt. Es gibt zu wenig Personal. Freie Wochenenden sind rar.“ Es bestehe also dringender Handlungsbedarf. „Dem dürfen sich die Arbeitgeber nicht einfach verweigern.“
Bereits am Morgen hatten Gewerkschafter in Sachsen-Anhalt am Klinikum Dessau Infokarten an die Beschäftigten verteilt. Darin hieß es: „Immer wieder einspringen, weil die Personaldecke so dünn ist? Die Grenzen der Belastbarkeit sind längst erreicht. Erst wenn zusätzliche Arbeit zu teuer wird, werden Neueinstellungen vorgenommen. Wir fordern deshalb einen Strafzoll für Arbeit an eigentlich freien Tagen.“
Mit den Aktionen und Streiks soll Druck gemacht werden für ein Angebot der Arbeitgeber von Bund und Kommunen. Das hatten sie in den ersten beiden Verhandlungsrunden hartnäckig verweigert.

Foto: Uwe Rott © Pixelio.de
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