Wirtschaft in Sachsen

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Infineon-Ablehnung in der Kritik

Mittwoch, 17. Dezember 2008

Dresden. Nach der Ablehnung des Qimonda-Angebots der Staatsregierung durch die Infineon AG melden sich mit Karl-Heinz Gerstenberg, Parlematarischer Geschäftsführer der Fraktion von Bündnis 90/Die Grünen, und André Hahn, Vorsitzender der Linksfraktion, zwei Oppositionspolitiker des Sächsischen Landtages zu Wort.„Offenbar hat der Freistaat ein Scheinangebot unterbreitet, um das Scheitern der Verhandlungen zu verdecken und den schwarzen Peter hierfür Infineon zuzuschieben. Für solche Spielchen ist die Lage jedoch viel zu ernst“, sagte Gerstenberg. Nun müsse die Staatsregierung versuchen, gemeinsam mit Bayern und der Bundesregierung eine Lösung zu finden. Schließlich gehe es um den wichtigsten Mikroelektronik-Standort Deutschlands. „Und auch Bayern hat ein Interesse daran, in München – dem Hauptsitz von Qimonda – Arbeitsplätze zu erhalten. Eine konzertierte Aktion beider Freistaaten gemeinsam mit dem Bund und Infineon könnte das Ãœberleben Qimondas sicherstellen“, machte Gerstenberg deutlich.
Nach Meinung von Hahn hätten sich Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU) und Wirtschaftsminister Thomas Jurk (SPD) schon längt mit Vertretern der Bundesregierung, von Qimonda und Infineon an einen Tisch setzen müssen, um gemeinsam nach einer einvernehmlichen Lösung zu suchen und diese dann auch noch mit der Europäischen Kommission abzustimmen. Stattdesen würden Tillich und Jurk forsch an die Öffentlichkeit gehen und sich umgehend einen Korb holen. „Professionalität sieht anders aus“, meint Hahn. Ungewöhnliche Zeiten erfordern seiner Meinung nach ungewöhnliche Lösungen. „Was heutzutage überall auf der Welt diskutiert wird, darf auch im Freistaat Sachsen kein Tabu bleiben. Wenn die Wirtschaft dabei versagt, eine strategisch wichtige Branche in Sachsen zu halten, dann muss die öffentliche Hand in die Verantwortung gehen, auf die Belegschaft statt aufs Management bauen und sich direkt bei Qimonda beteiligen. So könnten im Erfolgsfall auch Gelder an den Freistaat Sachsen zurückfließen“, stellte Hahn klar.

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